Mittwoch, Dezember 13, 2017

Demnächst ...


... gibt es etwas mehr zu diesem Prachtbody mit diesen Super-Armen zu lesen und auch zu sehen. Wer mag, ist dazu eingeladen! Also, bis die Tage ...

Freitag, November 24, 2017

Ist Female Bodybuilding noch ein Sport oder etwas völlig anderes?

Bodybuilding im Ursprung: Den eigenen Körper durch
Training und zielführende Ernährung zu formen und dann
das Ergebnis auf der Bühne vorzuführen, mit
festgelegten Posen und mit tänzerisch-sportlichen
Elementen --- das definiert diesen Sport.
Ab und zu sollte man mal über das eigene Tun nachdenken, seine eigenen Ansichten und Gewohnheiten reflektieren. Im Fall von uns Muskelmaedelliebhabern betrifft das das Sammelsurium an Ansichten, die wir zu unseren Maedels haben, das, was wir dabei tun (etwa Bildersammeln, Videos sammeln, Webcam-Besuche, Session-Besuche). Und damit auch das, was sich in unseren Köpfen unter dem Strich als Image der Muskelmaedels ergibt, natürlich verstärkt durch das Überangebot an visuellem und eindeutig sexualisiertem Material im Internet, Material, das zu jeder Tageszeit verfügbar ist und laufend ergänzt wird. 

Wie aber sehen das die Muskelmaedels selber? Hier bei Muskelmaedels.blogspot.de habe ich durchgehend immer wieder eins betont: Unser sexuelles Interesse darf nie das Private des Gegenüber verletzen, darf nie dazu beitragen, eine Person, also in unserem Fall die Muskelmaedels (i.e.v. Bodybuilderinnen, Athletinnen, Ringerinnen, Gewichtheberinnen, CrossFitterinnen, Powerlifterinnen etc.) ausschließlich auf "das Eine" zu reduzieren, von Beslästigungen ganz zu schweigen, ob nun per Mail, sozialem Netzwerk oder "Stalking" im richtigen Leben: völliges No-Go. Zumal viele der Betroffenen in ihrem Sport nur eins sehen - eben einen Sport. Die es sich daher striktissime verbitten, mit aus ihrer Sicht anzüglich-unsittlichen Anfragen belästigt zu werden. 

Andere gehen in ihren Ansichten zum Begriff "Bodybuilderin" noch weiter. Hier wohl vom Englischen ins Deutsche übertragene Gedanken einer "bekannten europäischen Athletin", die man mir per E-Mail überstellt hat, leider ohne den Namen der Verfasserin dazu anzugeben (aber das kann ja noch werden ...):

"Bodybuilderin", das war in der Vergangenheit ein Begriff, mit dem ich einige Champions identifiziert habe, damals im goldenen Zeitalter der 1990er Jahre.

Meine Vorstellung davon war Sport und mit eben der Motivation habe ich angefangen. Ich trainierte hart, hielt Diät mit dem Ziel, meine Auftritte zu verbessern. Immer war ich darauf bedacht, meine Weiblichkeit zu bewahren, ich hatte nie die Idee, wie ein Mann sein zu wollen, etwas, das ich manchmal extra betont habe, wenn mich jemand fragte, warum ich gern an Masse zulegen wollte. Da ich seit meinem siebten Lebensjahr am Schultheater tätig war, war das Herumspielen mit Kostümen für mich etwas Natürliches, das mir Freude bereitet hat. Bei alldem verlor ich nie den Respekt für den Sport und die harte Arbeit.

Warum ich das schreibe?
Zuerst denke ich, dass jede Art von Verurteilung nutzlos ist, daher ist das hier auch keine. Daher, ich wiederhole, war "Bodybuilding" der Begriff, um meinen Sport zu beschreiben. Derzeit habe ich den Eindruck, dass diese Auffassung nicht mehr zutrifft. Leider ist die Verwirrung dazu dermaßen groß, dass ich es für nötig erachte, zu erklären, was "Bodybuilding" heute meint:

- Veranstalten von Sessions
- Versenden von Nacktphotos an Privatleute
- Auftritte als Erotiktänzerin
- Drehen von Videos, bei denen man den Intimbereich herzeigt und auch für Privatleute posiert, dies unter dem Wissen, warum diese danach fragen.
Daher möchte ich nicht mehr als "Bodybuilderin" bezeichnet werden.
Sessions, hier Mixed Wrestling, als ein Stein des Anstoßes...

Leider habe ich festgestellt, dass Leute es für gegeben halten, dass es normal für mich sein muss, diesbezüglich gefragt zu werden, aber das ist es nicht, dass es da zwei verschiedene Ansichten gibt. Wie eine Athletin, die den Sport wirklich liebt, einmal gesagt hat, ist es falsch, Fotos zu veröffentlichten, "die nur mein Ehemann sehen sollte".
   
Im Privaten sind wir natürlich frei zu tun, was wir möchten, aber die das Bodybuilding betreffende Botschaft für die Welt sollte lauten, dass es es sich dabei um Sport zu handeln hat.


Das bin ich, es kümmert mich nicht, wenn ich mich mit der Aussage vielleicht nicht beliebt mache. Und ich halte es für dringend geboten, dass, wenn wir das Bodybuilding retten wollen, wir, die wir es jeden Tag leben, wir diese Disziplin als Sport zu behandeln haben, um dieser harten Disziplin den richtigen Platz zuzuweisen, ohne es als etwas anderes zu veröffentlichen..

Um das Bodyabuilding zu retten, ist es als erstes nötig, den Leuten die klare Botschaft zu vermitteln, was Bodybuilding ist: einfach Sport. Ich liebe meinen Spirt und will ihn auf meine Weise weiter betreiben, eingeschlossen ein gutes Bodybuilding-Image."


Als Betreiber dieses Blogs und als heterosexueller Mann sage ich, dass es natürlich kaum möglich ist, weibliches Tun für uns nicht stets von der sexuellen Seite her zu betrachten. Auch denke ich, dass Frauenbodybuilding immanent eine sexuelle Komponente hat. Und natürlich sind Nacktheit und Körperlichkeit nicht per se schlecht, was solche Ansichten an Verklemmtheiten verursachen, das haben wir ja gerade in den vergangenen 150 Jahren seit der Blüte des Viktorianismus erlebt und uns seither schrittweise davon gelöst.

Aber Sexualisierung ist das eine, das andere Respekt vor dem anderen, auch wenn das eigene Begehren noch so groß sein sollte. Daher darf unser Mucki-Spleen oder -Fetisch eben nicht dazu führen, dass man die eigenen Ansichten und Wünsche immer nach vorn stellt - in unserem Fall also das FBB in Ausschließlichkeit damit belegt, ohne zu berücksichtigen, dass andere (namentlich viele diesen Sport Betreibende) darin aber etwas ganz anderes sehen und unsere Ansichten womöglich gar als abstoßend, herabwürdigend und beleidigend empfinden. 


Wie gesagt, ab und zu sollte man sich das vors innere Auge rufen ...


 
Wo geht der Sport ins Anstößige über?
Das scheint eine wichtige Frage zu sein! 
 

Sonntag, November 19, 2017

Muskelmaedel - mal zum Schmunzeln ... und zum Staunen

Wer sagt, dass man die Sache mit dem Muckimadel-Spleen stets nur ernst und hitzig sehen muss, wie viele Fans das meinem Dafürhalten nach tun, ich wohl auch? Hmmmm. Hier mal was zum Lächeln - allein schon deshalb, weil die Dame die ganze Szene selber augenscheinlich mit viel Humor und einem jeden noch so dunklen Tunnel illuminierenden Lächeln genommen hat.

Die Besitzerin dieses Prachtbodys und der unglaublichen Haarpracht ist Quiana Welch - kommt aus New York, ist 34 Jahre alt, ungefähr 1,72 cm groß, hat alles Mögliche an Sport betrieben, darunter Football, Bodybuilding, Crossfit, die Lady war nie fies davor, mal etwas Neues auszuprobieren und sich da stets mit allem Ehrgeiz, aller Entschiedenheit einzubringen. Sie sieht nicht nur granatenmäßig gut aus, sondern hat auch noch Kraft ohne Ende:


Und noch einmal, in der tiefsten Phase sozusagen, beim Gewichtheben:



Hier in der Phase "Clean", beim Reißen und Stoßen, zumindest sieht es so aus für mich:



Das Ergebnis der harten Arbeit sieht dann so aus - und das Lächeln, das ist schlicht umwerfend, vor allem in Kombination mit dieser Afro-Haarpracht:




Donnerstag, November 16, 2017

Etwas Kunst mit Muskelmaedels

Und weil mir danach war, habe ich mich mal wieder in etwas künstlerischer Bildbearbeitung geübt, zumindest hoffe ich, dass es künstlerisch geworden ist. Ich wollte eine Art Wasserfarben- oder Aquarell-Look erzeugen und habe dafür ein paar Fotos allseits bekannter Muskelmaedels verwendet. Heraus gekommen sind sozusagen zwei unterschiedliche Stilrichtungen - hier nun jeweils zwei Exemplare (oder soll ich sagen: Kunstwerke?) aus jeder meiner "Schaffensperioden":


Hier haben wir Amelia Hernandez, die ihren nachgerade unvergleichlichen Bizeps stolz präsentiert - mir gefällt neben dem sexy Muskel- auch das hoffentlich ansprechende Farbenspiel.



Auf diesem Bild ging es um den von wuchtigen Schultern gekrönten, supermuskulösen Rücken und natürlich die ebenso anbetungs- wie einölwürdigen Hammer-Guns ihrer Trägerin ...
 


Dann sehen wir die in diesem Blog immer wieder gern genommene und gezeigte Alina Popa, die ihre souverän verschränkten Muckiarme auf diesem Bild in einer Stilrichtung präsentiert, die mich an die psychodelischen Kunstwerke aus den späten 1960er und frühen 1970er Jahren erinnert.

 


In eben diese psychodelische Farbrichtung habe ich hier auch Kim Perez, die Lady mit den Hammerbizeps', versetzt, dieses Mal aber mit mehr Blauanteilen und weniger Gelb- und Orange-Tönen als bei Alina.


Vielleicht gefällt es ja?

Mittwoch, November 08, 2017

Muskelmaedel und "Bild": Nataliya Kuznetsova


Jetzt isses soweit: Die Zeitung mit den vier Buchstaben hat sie entdeckt - Nataliya Kuznetsova. Guckt ihr hier. Und so schreibt man (at least in der Online-Ausgabe) über die die Frau mit dem 48-Zentimeter-Bizeps. Natürlich kann man es sich dort nicht verkneifen, Nataliya in dem üblichen herablassenden, ja sogar chauvinistischen Ton vorzustellen: "Hantel-Duell mit dieser Muskel-Russin gefällig?", so lautet die Überschrift.  

In dem Tenor geht's dann weiter: "Natalia Kuznetsova (26), eine der stärksten Frauen der Welt, ist nach 18-monatiger Wettkampfpause wieder zurück im Kraftsport – und sie sieht furchterregender aus denn je! Bizepsumfang: 48 Zentimeter. Oberschenkel: 71 Zentimeter. Kampfgewicht: 92 Kilo. Und das bei einer Körpergröße von 1,70 Meter. Adern treten auf den massiven Muskelpaketen hervor und wenn sie spricht, erschaudern die Zuhörer. Ihre Stimme klingt tief und dunkel wie die eines Mannes." Gefolgt von der Feststellung, dass man ganz schön mutig sein müsse, um gegen sie im "Hantel-Duell" (was immer das ist) anzutreten. Und so weiter und so fort ... 


Die einzigen verwertbaren Infos bestehen darin, dass die heute 26-Jährige ein Drittel ihres Lebens dem Eisensport gewidmet hat. Das aber wird einmal wieder, wenn auch hübsch nebenbei, auf das gern genommene große D reduziert. Der Fleiß, der Schweiß, die Hingabe, die Leidenschaft, das alles fehlt. Esgeht nur ums Präsentieren von einem weiteren Freak.
    
Aber was rege ich mich auf - lest selber und zieht eure eigenen Schlüsse, ob hier wieder jemand zuerst sensationalisiert wird, ehe man ihn danach vernichtet. Ich frage mich auch, ob Deutschlands großes Zentralorgan für Qualitätsjournalismus überhaupt mit ihr selbst gesprochen hat oder sich nur aus Instagram bedient hat. Auch bin ich gespannt, welche anderen unserer ach so investigativen Medien noch alles auf diesen Zug aufspringen werden.  
Übrigens, auch bei Sputnik News ist ein Artikel zu finden.


Samstag, Oktober 21, 2017

Ein Buch zum Verführen von Muskelmaedels ...



Ein Buch, wie für mich gemacht. Ein Buch, das ich gern geschrieben hätte, wenn ich denn die entsprechenden Erfahrungen in der dafür notwendigen Hinlänglichkeit vorzuweisen hätte. Ein Buch, für das ich gern der Praxistester gewesen wäre. Ein Buch, für das ich als junger Kerl glatt 10 Kilo von meinem jetzigen Übergewicht gegeben hätte ;-) -- auch wenn mich heutigentags mitunter der typisch amerikanische Hang zur totalen Ver-Ratgeberisierung von Welt und Menschheit schon ein klein bisschen enerviert.

Nun: Hier ist es - das Buch mit dem wunderschönen Titel: "How to Meet, Date and Seduce Athletic Women". 

Auf Deutsch: "Wie man athletische Frauen trifft, datet und verführt".

Und der Untertitel sagt (übersetzt): "Treffen - Daten - Verführen Sie
Bodybuilderinnen
Fitness Models
Wrestlerinnen & Wrestler-Divas
Bikini-Wettkämpferinnen
Jede athletische Frau!"



Verfasst hat das Buch die Amerikanerin Lori Victoria Braun, eine blonde und sehr ansehnliche Dame, die man als Aktivistin fürs Frauenbodybuilding bezeichnen kann und die mit viel Engagement und auch Humor die Seite FemaleMuscle betreibt, mit Berichten, Video-Streams, Fotos, Interviews, Stories etcetera. Fast wie hier, bloß im Großen ...

Zu dem Verfassen dieses Buches ist sie so gekommen - ich zitiere: 

"Über Jahre hinweg habe mittels individueller Beratung Männern dabei geholfen, bessere Beziehungen mit athletischen Frauen zu haben. Endlich habe ich mal genug Zeit gehabt, dieses Buch zu schreiben und den einfachen, wirklichen gesunden Menschenverstand zusammanzubringen.den jeder Mann zu dem braucht, was der Titel aussagt,  also athletische Frauen zu finden und zu treffen, großartige Dates mit ihnen zu erleben und, ja, sexy und begehrenswert zu erscheinen. 
Beim Schreiben dieses Buches habe ich auf meine eigenen Erfahrungen und Bedürfnisse zurückgegriffen und auf meine im Lauf der Jahre geführten Gespräche respektive geschlossenen Freundschaften mit Hunderten von Athleten und Athletinnen, Fitness-Profis und Bodybuildern.
Ich kann sicher sagen, dass athletische Frauen wie auch ich allesamt sehr spezielle Präferenzen und Bedürfnisse haben, die aus unseren Leben als hingebungsvolle Athleten und kraftvolle Frauen erwachsen. Einiges in diesem Buch wird Sie überraschen und ich garantiere Ihnen, dass Sie - wenn Sie fertig damit sind, das Buch zu lesen respektive [es als Hörbuch] zu hören - bereit dazu sind, Ihre athletische Traumfrau zu treffen.
Das gesamte Buch kostet Sie weniger als Ihr letztes schlechtes Date!"


Nun denn. Dies ist keine Buchkritik, weil ich das 126 Seiten starke Werk ja noch nicht gelesen habe. Daher von mir auch weder eine negative Empfehlung im Stil von "Schade um die Bäume" oder eine positive, etwa in der Manier: "Ich habe Sie für den Pulitzer-Preis vorgeschlagen. Und bitte liefern Sie 10.000 Stück, ich übernehme den Euro-Vertrieb!" Nichts dergleichen, weder pro noch contra. Aber vorstellen wollte ich das Buch schon, weil ich die Idee und die Chuzpe dann doch irgendwo grandios finde. Und wenn's hilft ...

Das Ganze im Original nachempfinden und gegebenenfalls auch das Buch bestellen, das kann man hier.


Mittwoch, Oktober 18, 2017

Und wieder: Selfies ...

Neulich gab's ein Bild einer mir bekannten Bodybuilderin zu sehen, auf dem sich dieses entzückende Muskelmaedel in aktuell gängiger Selfie-Manier auf den Chip des smarten Handfernsprechinstruments gebannt hatte. So weit, so schön, wäre da nicht fatalerweise die Toilettenschüssel mit ins Bild geraten - wieder einmal.

Anscheinend - ich bin ja leider nicht dabei - entstehen gerade bei den Muckimaedels solche Smartphone-Bilder in der Umkleide und/oder Dusche, gern direkt nach dem Training, wenn noch der volle Pump vorhanden ist. Ach ja, kann man gerade als Schmoe verstehen, dass die Muskelmaedels das herzeigen wollen. Aber im eigenen Interesse sollte man da ein bisschen aufs Ambiente achten, damit's nicht unappetitlich wird - so finde ich, auch wenn ich mir für diese Ansicht schon öfters die Kritik eingehandelt habe, ich sei da zu empfindlich.

Hm. Sehe ich anders. Ich denke, die tollen Bodys unserer Ladies verdienen es auch, ins rechte Licht und damit die rechte Szenerie gesetz zu werden. Nun kann Meisterfotograf Robby Brand nicht alles allein machen. "Du und dein Fotografenauge, du siehst das sicher besser als ich", so ungefähr lautete die Antwort auf meine Kritik an eingangs genanntem Foto. Mag sein, dass ich so ein Auge habe, obwohl ich sicher kein Profi-Knipser bin, auch wenn ich seit einem Vierteljahrhundert Umgang mit diesem schönen Berufsstand habe. 

Aber: Man muss sicherlich kein Profi sein, um sein eigenes Selfie kurz zu checken und zwar VOR DEM Posten. Sprich: Lieber ein paar Minuten zuhause am PC investieren, ehe man ein unvorteilhaftes Bild von sich selber hochlädt und so unter Umständen unnötigen Spott provoziert. Und Bildbearbeitungsprogramme gibt es längst gratis, etwa Gimp.

Hier haben wir die fabelhafte Frida Palmell
in super Trainings-Zustand: Hammer-Abs,
granatenmäßige Guns. Auch gut: Der
Hintergrund ist halbwegs ruhig, aber der
Tisch samt der Flasche und der Tasche lenken
ab. Das Licht ist gut, wenn auch etwas
hart, vor allem beim Lichtreflex auf der Stirn.

Worauf nun achten?

1) Ambiente. Vor allem Kloschüsseln, Putzeimer, völlig unaufgeräumte Wohnungen, versehentlich mitgeknipste, aber dominant in Bildecken stehende, für die Aussage des Bildes aber unwesentliche Gegenstände jeden Typs etc. --- das alles würde ich ausschließen wollen. Allein schon im eigenen Interesse des Muskelmaedels, weil es deren Person in ein falsches Licht setzt. 

Was tun, wenn das Hautpmotiv gut ist, aber der Rest stört? Ganz einfach: Man gucke, inwieweit man das Bild beschneiden kann. Ein zu diesem Freistellungsvorgang nötiges Rechteck in gewünschter Größe und an gewünschter Stelle über das jeweilige Motiv zu legen, ist mit die leichteste Übung fast jeden Bildbearbeitungsprogramms. Wer versierter ist, retuschiert Störendes weg oder setzt unnötigen Hintergrund in die Unschärfe.

Das erscheint mir als das Wichtigste bei einem Selfie. Wie gesagt: Man beschneide, nehme weg, was vom eigentlichen Motiv ablenkt oder es gar der Lächerlichkeit preisgibt.

Worauf man auch achten kann:

2) Haut. Immer wieder kommen völlig überstrahlte Bilder zum Vorschein, namentlich im Gesicht glänzt es, wie mit der Speckschwarte poliert. Kann man mit ein paar Kniffen zumindest absoften. Und ist auch ein Beleg dafür, dass Kameras, Fotos etcetera NICHT alles lebensecht abbilden: Wenn etwa eine schweißfeuchte Körperpartie vom Kamerablitz überstrahlt wird und dann weiß im Bild erscheint, dann ist das nicht so, wie es unser Auge sieht (das kann übrigens viel mehr als jede Otto-Normalverbraucher-Kamera).
 


3) Augen: Die sollten vor allem bei einer Frontalansicht gut zu erkennen sein, falls das Motiv nicht so angelegt ist, dass ganze Teile des Gesichts bewusst im Schatten liegen. Hier helfen oft einige Nacharbeiten mit dem Kontrast- und/oder Schärferegler, mitunter auch mit dem Regler für die Farbtonsättigung, wenn einmal die Iris zu flau sein sollte.

Generell gilt: Will man die Wahrheit abbilden, sollte man nur so weit retuschieren, inwieweit die Kamera verfälscht hat. Das tut sie gern, es sei wiederholt. Daher haben Photographen zu allen Zeiten retuschiert und die Lichtsetzung zur hohen Kunst entwickelt. 

Ein Beispiel: Ich habe vor Jahren ein Muskelmadel fotografiert, das die klassische Pockenimpfungsnarbe an der Schulter hat. Die fiel mir im Gespräch mit ihr und von Auge zu Auge überhaupt nicht auf, wohl aber leuchtete sie scharlachrot auf dem Bild. Sprich: Die Kamera hat da infolge Lichteinfall und dem gerade gewählten Winkel der Körperhaltung etwas dargestellt, was so nicht in Wirklichkeit gegeben war. 

Hier kann man durch eine Farbkorrektur nachhelfen: Bei Photoshop geht das, indem man Farbe aus der Umgebung (hier also der Narbe) aufnimmt, den Farbpinsel auf  "Farbe" und damit transparent stellt und dann drüberstreicht. Die Narbe bleibt erhalten, schillert aber nicht wie ein Feuerwehrauto. Wer will, kann auch die Sättigung des Farbauftrags reduzieren, um sich sanft ans gewünschte Ergebnis heranzutasten.

Bildbearbeitung heißt in diesem Falle also nicht, zu retuschieren, bis die knapp 60-jährige Madonna wieder aussieht wie mit 25 Jahren oder mein Bauch von heute wieder das Waschbrett ist von ehedem. Vielmehr geht es darum, die Bilder der Realität anzupassen. Für zulässig halte ich  es, wenn man dabei auch das in der Umgebung wegnimmt, was vom Motiv und der gewünschten Aussage ablenkt.

Und um etwas die Fotos der eigenen Person unter Kontrolle zu halten und damit gegebenenfalls auch das eigene Ansehen, sollte man zumindest bei den Selfies vorm Posten mal genauer hingucken: Der Eiffelturm, die Porta Nigra, der Madison Square Garden oder das Kolosseum im Background sind eine Sache, eine andere aber sanitäre Einrichtungen und störende Bildelemente. Um die zu erkennen, muss man aber kein Profi sein, sondern nur genau hingucken. 

Meine fünf Cents.   

Selbes Motiv wie oben. Aber: Die störenden
Elemente sind weg, der Blickliegt nun
voll auf dem, was das Bild auch
zeigen soll, nämlich Frida Palmell
in ihrer phantastischen Verfassung.
Das Ganze zu bearbeiten, hat keine
fünf Minuten gedauert.
  
    

Freitag, Oktober 13, 2017

"Seit wann hast du den Muckimaedel-Fetisch?"


Vor einiger Zeit bin ich mal wieder gefragt worden. Hier der Text der Mail: "Sag mal, Mattmuscle oder wie du sonst heißt, wann hast du den Fetisch mit den Muskelmaedels bei dir festgestellt?"

Tja. Ich habe dann mal gerechnet und bin erschrocken. Über mich selber. Denn musste ich doch feststellen, dass ich jetzt seit beinahe 40 Jahren (!) den Muckimaedel-Spleen habe. Es muss 1979 gewesen sein, als diese erste Frauenbodybuilding-Weltmeisterschaft vonstatten ging, damals aus der Taufe gehoben von unter anderem Doris Barilleaux und Lisa Lyon. Ich erinnere mich noch gut an die Zeitschrift mit dem Logo des weißen Zackensterns auf rotem Grund, die damals in seitenfüllendem Schwarz-Weiß über exakt diesen ersten Frauenbodybuilding-Wettkampf in den USA berichtet hat. Und auch erinnere ich mich sehr daran, dass (und wie!) ich von einem Moment auf den anderen auf diese Fotos reagiert habe und dass ich den knochenharten Zustand in den zeitgemäß unten weiten, aber oben sauengen Jeans nur mit Mühe verbergen konnte.

Die Ausgabe der fraglichen Zeitschrift konnte ich seinerzeit aber nicht behalten, da in einem Lokal ausgelegt, in das ich damals mit anderen jungen Leuten kurz auf eine Cola (auch das weiß ich noch) eingekehrt war. Nun, ich kannte den Wirt und so ging ich einen Tag oder zwei später hin und fragte, ob ich wohl die fragliche Zeitschrift haben könne. Der Wirt meinte freundlich, das sei kein Problem, er müsse aber nachsehen. Das Ende vom Lied war, dass er mir nur die nächstfolgende Ausgabe des Wochenmagazins zeigen konnte - da war wohl kurz nach meiner bis heute prägenden Lektüre gewechselt worden.

Nun, das entscheidende Heft habe ich bis heute nicht mehr aufstöbern können. Wahrscheinlich hätte die Lektüre des fraglichen Artikels heute auch nur nostalgischen Wert. Die FBB sehen heute anders aus, muskulöser, perfekter (insoweit man dieses Wort steigern kann), als es damals der Fall war. Aber etwas scheint mir seitdem verloren gegangen zu sein - nämlich diese mit den Muskeln und dem weiblichen Stolz darauf einhergehende Fröhlichkeit. Denn auch daran kann ich mich erinnern, dass eben diese Stimmung
durch den Artikel hindurch zu spüren war, dank der in Schwarz-Weiß-Fotos gebahnten Atmosphäre auf dieser Bühne.

 



Und liest man heute in nicht dem BB verbandelten Medien Artikel (auch ältere) übers extreme FBB und dir ganz starken Muskelmaedels, dann geht es darin immer nur um das Entsetzen über eine Welt, in der die betreffenden Frauen narzisstisch-selbstverliebt, regelrecht süchtig nach Muckis, oft gepeinigt von Dämonen der Vergangenheit mit dem auch gern chemisch-lebensgefährlichen Konsum diverser Mittel ihre Muskelleiber bilden - auch auf die Gefahr irreversibler Vermännlichung hin. Sagen zumindest diese Artikel und vergessen auch nicht zu erwähnen, dass sich viele der Ladies das nötige Geld durch die allseits bekannten Muscle Worship Sessions verdienen. Hinterfragen, wieso es Fans für solche muskulöse Maedels gibt, das tut man dann freilich nicht.

Das führt auch gleich zurück zu der Frage, wann da die Macke/der Spleen/der Fetisch für Muskelmaedels aufgetreten ist. Ich war noch ein junger Kerl damals, hatte aber insoweit eine Vorgeschichte, als dass ich schon als Junge von "starken Frauen" fantasiert habe und die dabei auftretenden Gefühle sehr angenehm waren. Das fängt wohl bei vielen, aber nicht bei allen in dem Alter an. Das hat eine Umfrage ergeben, die ich vor sieben Jahren durchgeführt habe (auch wenn deren Ergebnis sicher nicht repräsetativ im fachlich-wissenschaftlichen Sinne sein kann).

Auf die Frage: "Seit welchem Alter habt ihr den Muckimaedel-Fetisch?" antworteten innerhalb des Fragezeitraums von vier Wochen 325 Personen.

-Unter 15: 144 Personen (44%)
-15 bis 18: 93 Personen (28%)
-19 bis 22: 31 Personen (9%)
-23 bis 26: 22 Personen (6%)
-27 bis 30: 12 Personen (3%)
-Über 30: 23 Personen (7%)
 

Zwar haben somit viele Leute ihren/unseren Fetisch schon vor dem Alter von 15 Jahren entwickelt, aber ich ding dann eher davon aus, dass das vermehrt im Alter zwischen 15 bis 18 Jahren geschehen würde. Aber bei 72 Prozent der die Umfrage beantwortenden Leute hatte sich diese Neigung bis zum 18. Lebensjahr ausgeprägt. Also kurz nach der Pubertät und damit in der frühen Phase der eigenen bewusst wahrgenommenen und erlebten Sexualität, etwas, mit dem ich ich dann schon vorher gerechnet hatte.

Natürlich ist das "Seit wann .." meiner Frage hinsichtlich der Präzision der Fragestellung hinterfragbar. Es ist sicher das eine, den Zeitabschnitt/das Alter zu benennen, in dem man erstmals von einem derartigen Interesse geahnt hat, aber das andere, für sich selber festzuhalten, seit wann die entsprechende Neigung voll ausgebildet ist. Das ist ein ganz bestimmt ein Unterschied, da fraglos Zeit zwischen diesen beiden Erkenntnissen liegt, bei dem einen weniger, bei dem anderen mehr.

Aber überrascht war ich dann doch, dass dieser Fetisch sich bei gut einem Zehntel der Auskunft gebenden Leser erst ab dem 27. Lebensjahr manifestiert hat. Ich prognostiziere aber, dass sich diese Zahl fürderhin nach unten verschiebt - wegen des Internet. Denn da gibt es eine solche Fülle an entsprechendem, zum Teil außerordentlich stark erotisiertem Ansichtsmaterial, das in meiner Jugend schlicht nicht vorhanden war. Wo aber derlei fehlt, kann auch niemand ein entsprechendes Interesse entwickeln - und damit auch nicht den entsprechenden Fetisch. Oder wie immer man es nennen mag ...



Dienstag, Oktober 03, 2017

Marthe Sundby (1975-2017)


Früher ging es nicht - aber ich wollte auf jeden Fall noch an Marthe Sundby erinnern, das norwegische Muskelmaedel mit den wundervollen grünblauen Augen und dem Rabenschwingenhaar: Sie ist an Krebs gestorben - den Kampf verloren, das ist die Aussage, die in diesem Zusammenhang nicht verwendet werden soll, so ihr persönlicher Wunsch: 

"Ich habe viel dafür getan, um in den Bereichen Fitness, Bodybuilding, Gewichtheben und Eislauf mitzwirken. Mein letzter großer Wunsch ist, dass niemand sagt, ich habe mit meinem Tod den den Kampf gegen Krebs verloren, dass also dieser Ausdruck füralle Zeiten abgeschafft wird. Diese Krankheit hat so viele unbekannte Faktoren, dass es unmöglich ist, dagegen anzukämpfen." Eine Botschaft, die auch die norwegischen Offiziellen der entsprechenden, mit Krebsbehandlung und -erforschung befassten Interessenvertretungen teilen.
 

Nun, was man aber sagen kann, ist wie absolut bewundernswert die Offenheit war, mit der Marthe Sundby damit umgegangen ist. Sie hat ihre Krankheit öffentlich gemacht, hat Fotos von sich gepostet, hat klar gesagt, wie es ihr geht (zum Schluss unvorstellbar schlecht), hat bis zum Ende Haltung bewahrt, sich beim Spaziergang am Wind in den Haaren gefreut. Und sie hat ihre Beisetzung im Detail geregelt, auch und vor allem, um ihrer Familie so wenig Last wie möglich aufzubürden: Vorbildlich!



Nicht ganz unwichtig, auch wenn Marthe Sundby in mitteleuropäischen Gefilden weithin unbekannt war, so machte ihr Tod in ihrer Heimat Schlagzeilen, denn da war sie als Athletin weithin bekannt: In Aurskog anno 1975 geboren, machte sie zuerst Karriere als eine von Norwegens besten Eisschnellläuferinnen, sie hielt diverse nationale Titel über die Distanzen von 1500 und 3000 Meter, brach Rekorde und vertrat von 1991 bis 1993 ihre Heimat bei den Weltmeistertschaften im Eisschnelllauf.



Aber Mitte der 1990er Jahre, also mit ungefähr 20 Jahren, entdeckte sie das Hanteltraining: "Das Training begann, als ich an Eislaufwettkämpfen teilnahm. Ich merkte, dass ich Möglichkeiten zum Muskelaufbau hatte. Auf der Bühne zu stehen und sich am Wettkampf mit anderen Mädels aus aller Welt zu beteiligen, das war ein Abenteuer." Und weiter: "Ich liebe das Training, will in Bewegung sein. Und ich mag Muskeln!" Zu ihrer Spitzenzeit absolvierte sie 240 Kilo in der Beinpresse und 150 Kilo (!) beim Bankdrücken. Der Leidenschaft blieb sie dann auch die folgenden beiden Jahrzehnte treu, errang auch mit 31 Jahren den Titel der norwegischen Meisterin im Frauenbodybuilding. 


Aber 2007, vor zehn Jahren also, kam erstmals der Krebs. Als es ihr wieder besser ging, nahm sie das Training und den Sport wieder auf. 2012 stand sie wieder auf der Bühne, absolvierte die nationalen Meisterschaften mit einem ersten Platz. Doch wie so oft kam der Krebs dann zurück, befiel irreversibel die Leber.

Als eine ihrer letzten Grußbotschaften hinterließ sie diese vorbildlich lebensbejahenden Worte: "Passt aufeinander auf und lebt im Jetzt. Dinge sind nicht so wichtig. Wenn ich ein paar Tage mehr hätte, würde ich mehr Leute aufrütteln." 




Mittwoch, September 13, 2017

Muskelmaedels: Fetisch und Gewalt?


Schmoe dort, wo's ihm am besten gefällt:
Ist alles das bloß harmloses Fetisch-Spiel,
oder auch eine Sache der Gewalt?

Zugegeben, auch ich fantasiere im Zusammenhang mit meinem Muskelmaedel-Spleen davon, von exakt solchen starken Maedels dominiert zu werden.

Will heißen: Beim Balgen mit ihr von ihr besiegt (wirklich besiegt), chancenlos zu sein, während sie sich rittlings auf mich schwingt und mich so am Boden fixiert, meine Handgelenke mit einer Hand haltend und mit der anderen tuend, was sie will


– meine Kehle in ihrem Schwitzkasten, ihr harter Bizeps an meinem Kehlkopf, ihre Beine um meinen Rumpf geschlungen und gespannt, ihr warmer, praller, starker Po auf mir drauf, mitunter gar satt auf dem Gesicht – 

und dazu Bemerkungen ihrerseits, bei denen es nur darum geht, sich an meiner Angst zu weiden, was sie wohl mit mir tun wird, mich zu verspotten und mich dazu zu bringen, ihre Muskeln zu bewundern und ihre Überlegenheit anzuerkennen

während mich eben diese Angst vor dem, was sie wohl tun wird, ebenso erregt wie beschämt, weil ihr genau das natürlich nicht entgeht: ach ja.

Kann es für Schmoes etwas Schöneres geben?

Noch ein Schmoe im Paradies, da definitiv völlig hilflos
in der Gewalt dieses bekannten Muskelmaedels: Fragt
sich, um wessen Phantasien es hier geht und wieso FBB so
gern unterschwellig mit Gewalt assoziiert werden.

Hm. Es gibt da in den Weiten der Internet-Welt den äußerst aktiven, sachkundigen und schreibfreudigen FBB-Fan Ryan Takahashi, dem ein oder anderen bekannt durch seinen engagierten Blog „The Adventures of RyanTakahashi“. Und ebenda führt er aus, warum er etwas wie das gerade von mir geschilderte Szenario zwar nicht für inhärent falsch oder gar für skandalös hält, solange die Beteiligten dabei Spaß haben, es in gegenseitigem Einverständnis tun und miteinander reden. All das sei nicht unethisch oder überraschend, aber er fühle sich dabei unwohl. 


Unwohl? Als Fan von Muskelmaedels? Wieso das denn?

Nun, er wählt für sein langes Posting den Titel: “Drück mich runter, ringe mich nieder, missbrauche mich, dominiere mich: Die beunruhigende Assoziation von Bodybuilderinnen mit Gewalt“. Darin erklärt er: “I am a bit uncomfortable with the close association of female muscle fetishism with violence. Any decent human being should abhor violence in any form. We live in a particularly violent world filled with shootings, riots, terrorism, war, political repression, rape, abuse, genocide, and a whole host of other unspeakable acts of brutality. I’d like to think we live in a more peaceful world today than our ancestors did hundreds of years ago, but it only takes reading the news for five minutes to have that belief shaken to its core. This is why the mixing of sex with violence should make any free thinking person squirm a little.”

Auf Deutsch: „Ich fühle mich ein bisschen unwohl mit der engen Assoziation des Muskelfrauen-Fetischs mit Gewalt. Jeder vernünftige Mensch sollte Gewalt in jeder Form ablehnen. Wer leben in einer besonders gewalttätigen Welt voller Schießereien, Aufstände, Terrorismus, Krieg, politischer Unterdrückung, Vergewaltigung, Missbrauch, Völkermord und einer ganzen Menge anderer unaussprechlicher Akte der Brutalität. Ich würde annehmen wollen, dass wir heute in einer friedlicheren Welt leben, als unser Vorfahren das vor Hunderten von Jahren getan haben, aber es reicht, fünf Minuten lang Nachrichten zu lesen, um diese Annahme in ihrem Kern zu erschüttern. Deshalb sollte sich jede freidenkende Person angesichts des Vermischens von Sex und Gewalt ein klein wenig winden.“

Und jetzt, Kleiner? Was willst du gegen mich tun, gegen
meine Supermuckis? Ich zeig' dir,  was eine starke
Frau mit einem Wicht wie dir macht -- das sind Szenarios,
von denen mancher FBB-Fan träumt: Gewalt und Sex.

Ryan Takahashi ist nun jemand, der solche Gedanken nicht einfach so in die Welt posaunt, sondern der versucht, sie bis ans Ende zu durchdenken. Und weltfern ist er auch nicht, er fragt also, warum Sex diese „unvermeidliche“ Gewaltkomponente hat. Natürlich verweist er darauf, dass die Kritiker davon anführen, dass „BDSM“ (früher hierzulande bekannt als „Sado-Maso“) fröhliche Urständ in der Popkultur feiere und so manchem entsprechend veranlagten Gewalt-/Triebtäter in spe die Rechtfertigung für solche Untaten liefere
„ich kann nicht sagen, wie fundiert diese Bedenken sind, aber sie sind es definitiv wert, bedacht zu werden. Wie kann man solch einen Rückschlag nicht fürchten?“

Er geht dann ein auf den guten alten James Bond und seine zwei Lieblingsbeschäftigungen, hier in meinen leicht sarkastischen Worten dargestellt: Frauen flach- und Bösewichter umlegen. Präziser noch: Dafür, dass er letzteres tut, wird er dann mit ersterem belohnt, um es mal, so Takahashi, aus feministischer Sicht darzustellen.

Er verweist dann noch einmal auf die Allgegenwärtigkeit des „Gewalt und Sex“-Motivs in allem von Literatur über TV bis hin zu Folklore und Religion. Das sei so allgegenwärtig, dass man es gar nicht mehr als solches wahrnimmt. Und das Motiv sei „tief verankert in der Welt des Muskelfrauen-Fetischs. Natürlich spreche ich eher vom Fantasieaspekt des Fetischs. In keiner Weise sind Bodybuilderinnen durch Form oder Figur inhärent aggressiver als nicht-muskulöse Frauen. Aber vielleicht existiert in der Vorstellungswelt von manchen von uns der Glaube – oder der Wunsch – dies sei irgendwie so. Oder dass wir es für wahr halten WOLLEN, weil es einen Teil unserer tief sitzenden Abartigkeit kitzelt.“

Harter Stoff, oder?
Aber scharfsichtig beobachtet.
Es geht noch weiter.

Kampf der Geschlechter mal anders herum ...

Takahashi verweist nämlich darauf, dass die allgemeine Ablehnung von Frauenmuskel-Liebhabern seitens der Gesellschaft daher rühre, wie dieser Fetisch ausgelebt werde. Eben dieses sorge für ein Unwohlsein, vielleicht, weil man sich von der unterschwellig mitschwingenden Gewalt abgestoßen fühle. Zumal ja jeder den allgegenwärtigen „Kampf der Geschlechter“ kenne, die Spannungen, die sich aus der Dynamik des Zusammenlebens von Mann und Frau ergeben und die eben auch zu Zwist, häuslicher Gewalt und Kämpfen zwischen Eheleuten führen. Und dazu, wie das gesellschaftlich mehr oder minder verdrängt werde. Natürlich ist das etwas, mit dem der Mensch wohl wird leben müssen. Was es nicht besser macht oder gar dafür sorgt, dass es aufhört.

Genau hier läge der wunde Punkt bei BDSM: Wie kann man, verkürzt und aus außenstehender Sicht gesagt, Gewalt verteidigen? Und, so Takahashi, er habe lange erklären müssen, wie man nichts mit BDSM zu tun habe, aber immer noch auf Bodybuilderinnen stehen könne. Denn für viele sei beides miteinander verwoben.

Takahashi: „Lots of guys love it when a female bodybuilder wrestles them into submission. Or pins them to the ground and holds them there against their will. Or verbally abuses them. Or smacks them with a paddle. Or “forces” them to do things upon command. This dominant/subordinate relationship carries the underlying theme of violence to its literal interpretation. However, because it’s all “fun and games,” it’s not really violence, is it?
Well, no. But yes. Uh, maybe both?
The relationship between a muscular woman and a normal-sized man can be jarring. It’s unusual. It flies in the face of social norms. We don’t expect to ever see such a sight. It challenges our notions of gender roles. It forces us to ask ourselves questions that we’d rather not contemplate.
Are women the weaker sex and men the stronger sex? Well, most of the time. But not all of the time. What does that mean? And how do we proceed going forward? Is an FBB more than just a woman, or is she just a “normal” woman with an abnormal physique? And is this man really a man, or an emasculated man? Wow, this is bonkers!”

Starke Frau demonstriert schwachem Mann
ihre Kraft - Traumszenario vieler Schmoes, natürlich
mit spielerischer Gewalt behaftet. Schlimm?

Auf Deutsch: “Viele Kerle mögen es, wenn eine Bodybuilderin sie bis zur Aufgabe niederringt. Oder sie zu Boden drückt und sie da gegen ihren Willen hält. Oder sie verbal missbraucht. Oder sie mit dem Paddel verhaut. Oder sie „zwingt“, Dinge auf Befehl zu tun. Diese dominante/untergebene Beziehung bringt das unterschwellige Gewaltthema zu seiner buchstäblichen Umsetzung. Weil das aber alles ‚Spiel und Spaß“ ist, ist es nicht tatsächlich Gewalt, oder.

Tja, nein. Aber ja. Oh, vielleicht beides?
Die Beziehung zwischen einer muskulösen Frau und einem normalgroßen Mann kann voller Missklang sein. Sie ist unüblich. Es geht mitten ins Gesicht der gesellschaftlichen Normen. Wir erwarten nicht, so etwas zu sehen. Es fordert unsere Vorstellung der Geschlechterrollen heraus. Es zwingt uns, uns selbst Fragen zu stellen, über die wir lieber nicht nachdenken möchten.
Sind Frauen das schwächere Geschlecht und Männer das stärkere? Nun, meistens, aber nicht immer. Was heißt das? Und wie lässt sich das weiterdenken? Ist eine FBB mehr als nur eine Frau oder ist sie einfach eine ‚normale“ Frau mit einem unnormalen Körperbau? Und ist dieser Mann tatsächlich ein Mann oder ein entmannter Mann? Hey, das ist verrückt!“

Wieder: Starker Stoff!

Alles Dinge, die man nicht wahrnimmt, solange man ein solches Paar in entspannter, ruhiger Atmosphäre bei ganz normalen Tätigkeiten wie Händchenhalten, Busfahren oder dem Besuch einer Kneipe sähe. Aber im Falle eines Konflikts würde man sich sofort über die Dynamik ihrer Beziehung fragen: Was passiert etwa beim Streit über die Restaurantrechnung? Was, wenn sie ihm eine langt, haut er zurück oder nicht? Tut er’s nicht, weil er Angst vor ihr hat oder weil das prinzipiell nicht seine Art der Auseinandersetzung ist? Würde er anders reagieren, wenn sie wie er „normal“ aussähe? Wie kann man’s wissen?

Und so, schreibt Takahashi, würden wir den Anblick einer Bodybuilderin automatisch mit dem Gewaltaspekt verbinden, würden überlegen, wie hart ihr Sexleben wohl beschaffen sein, ob sie dominierend sei, ob sie schwächere Kerle vorziehe oder doch lieber solche so stark wie sie. Ob sie wohl von Natur aus aggressiv ist, ob Männer Angst vor ihr haben? Und was ist mit anderen Frauen? Hat sie Angst vor anderen Leuten und ist deshalb so groß und muskulös? Wurde sie als Kind missbraucht, so dass das Bodybuilding als „Schild“ gegen künftigen Missbrauch dient?

Man denke, so Takahashi, also beim Anblick einer solchen Frau immer im latenten Kontext von Gewalt, Selbstverteidigung und Aggression. Aspekte wie Bewunderung ihrer Schönheit, ihrer eindrucksvollen Stärke und andere Errungenschaft stünden da stets hintan.

Unsere Gehirne können, so das Fazit oder besser Takahashis Schlussthese, Muskelmaedels nicht als „normal“ oder als „nichts Besonderes“ ansehen. „Es MUSS einen Grund dafür geben, warum sie so aussieht. Also MUSS sie eine völlig andere Person sein, nun, da sie so aussieht.“
Angsteinflößend? Sexy? Oder doch beides?
Für mich gilt hier eindeutig: oh - beides!

Er selber habe nun nichts gegen entsprechende Sexualfantasien, solange im gebotenen Rahmen bleibend, auch nicht von den Fans, die etwa solche Unterlegenheitsträume mit einer Alina Popa ausleben wollten. Seine Sache sei das nicht, er würde sich viel lieber ein romantisches Candlelight Dinner mit Miss Popa wünschen.

Okay. Soweit die verkürzte Wiedergabe dieses doch weithin bemerkenswerten Textes. Dazu möchte ich aber eins anmerken – nämlich die Frage nach der in diesem Zusammenhang mir grundsätzlich gebotenen Definition von Gewalt.

Denn Gewalt ist nicht gleich Gewalt. Gewalt ist ebenso wenig nicht immer nur physisch, sondern auch psychisch. Meiner Ansicht nach ist das nämlich exakt das, was wir Menschen von kleinauf lernen. Und ebenso das: Gewalt gehört zu unserem Dasein, in vielfältiger Ausprägung und sozusagen in stufenloser Eskalation.

Sie umgibt uns, auch dort, wo keine Aggressivität von unserer Gattung oder innerhalb davon vorliegt. Im Tierreich, allerorten, um diesen Gemeinplatz zu nennen. Und auch dann, wenn man – Achtung: Klischee! – auf dem Meer versehentlich über Bord fällt und sich bei dem Sturz eine stark blutende Risswunde zuzieht, während gerade lauter hungrige Haie nahebei schwimmen sollten.

Allen pädagogischen Versuchen zum Trotz wenden Kinder untereinander nach wie vor Gewalt an. Sie und ihre Eltern deswegen mit gesellschaftlicher Ächtung und Unverständnis zu sanktionieren, wie derzeit immer wieder zu erleben, ist schlicht falsch, da dieses kindliche Verhalten meiner bescheidenen Ansicht nach eine Entwicklungsstufe hin zum Erwachsensein darstellt.

Was nicht heißt, dass man das Auftreten von kindlicher Gewalt ignorieren sollte. Es geht darum, Gewalt zu kontrollieren und eben dies zu lernen. Alle unsere Gesetze und Regeln, all unser Zusammenleben ist auf diese Kontrolle ausgelegt. Und infolgedessen gibt es auch Gewalt, die allgemein akzeptiert wird – Notwehr ist hier ein Thema, aber auch die je nach Gesellschaftsform mehr oder minder legitime militärische Gewalt oder die Gewalt GEGEN bestimmte gesellschaftliche Ausprägungen.

Natürlich darf und soll sich Aggression auch kanalisieren, unsere Gesellschaftsform sieht in dieser Art von Angriffslust und Durchsetzungsvermögen ja ein wesentliches Merkmal der Leute, die „uns“ voranbringen. Folgerichtig aber auch, dass sich Gewalt auch spielerisch niederschlägt – das tut sie im Sport, das tut sie im Spiel, das tut sie im Sex.

Supermuckis und Frau ...

Nun zur Frage der Muskelmaedels und dem, was bei ihrem Anblick latent mitschwingt, also dem, was Takahashi so präzise beschrieben hat. Dazu möchte ich sagen: Außerordentlich ausgebildete Muskeln waren schon von jeher ein Symbol, ja ein Signal. Nämlich dafür, dass ihr Besitzer besonders viel Kraft haben muss, dass er ein besonders versierter Kämpfer ist, besonders leistungsfähig. Und in sexueller Hinsicht besonders aktiv.

Das sind ebenfalls Konnotationen, die ganz weit zurückgehen bis in die Zeit, in der unsere Vorfahren noch gutteils von der Jagd und vom Kampf lebten. Es gibt heute feministisch geprägte Historiker, die diese uralte Einteilung von Mann und Frau in längst vergangener Zeit so nicht akzeptieren und sagen, dass Frauen sich etwa an Jagd und Kampf beteiligt haben. Zugestanden – nur warum hat die Natur die für diese Tätigkeiten nötigen körperlichen Eigenschaften bei Männern grundsätzlich stärker ausgebildet?

Weil das so ist, hat das auch kulturelle Folgen. Die sich wiederum auch aus anderen Quellen speisen, aber es würde hier zu weit führen, jede Ursache darzustellen. Die Folge, um die es mir hier geht, heißt ganz klar, dass es eine althergebrachte Definition von „männlich“ und von „weiblich“ gibt. Es steckt in uns drin. Und eben auch das klare Erkennen dessen, wenn dagegen verstoßen wird. 

Das aber erleben wir ebenfalls von kleinauf. Mädchen, die sich „wie Jungen“ verhalten, Jungen, die eher passiv sind. Jungen, die Mädchen körperlich unterlegen sind, etwa beim Raufen, beim Dingehochheben oder was weiß ich. Jedenfalls Sachen, die vielleicht auch mal von Erwachsenen gesehen und mit hochgezogenen Augenbrauen und breitem Grinsen kommentiert werden. Wie gesagt: Alles Gewalt, ebenso wie eine herrische oder als bedrückend empfundene Mutter/Großmutter, die aber diesen ihr oft gar nicht bewussten Zug ihres Wesens nicht hat, weil sie ihre Kinder/Enkel dominieren, sondern sie beschützen will.

Was "männlich" und was "weiblich"ist, welches
Geschlecht schwach und welches stark --- aber man
sehe es doch selbst! Und fast kann er einem leid
tun, aber nur fast ... 

Weil aber bei alledem immer auch unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen, lässt sich nie vorher sagen, wer auf was wie reagiert. Der eine hat kein Problem damit, dass er als vielleicht kränkliches Kind regelmäßig beim Balgen auch mit Mädels unten gelegen ist oder lange eine ganz eng um ihn herum fliegende Helikopter-Mama gehabt hat. Der andere hingegen tut sich damit schwer. Und in diesem oder ähnlich gelagertem Gefüge spielt eben auch das Sichausprägen von Unterlegenheitsgefühlen, die sich bei dem ein oder anderen sexuell auswirken – nämlich auf seine diesbezüglichen Präferenzen.

Denn merke: Es gibt fast immer in unserer Entwicklung – jenseits aller womöglich ererbten Charakteraspekte – einen Grund, warum wir etwas tun oder mögen. Es gibt immer einen Grund dafür, warum der eine gesellschaftlich akzeptabel nicht ganz und nicht immer mitten in der Spur ist und jemand anderes sie ganz verlässt und zum Psychopathen und/oder Soziopathen wird. Das aber definiert sich auch am Ausmaß und der Art von Gewalt, die der Betreffende sowohl erfährt als auch anwendet, und den Bedingungen, unter denen das geschieht. Sträflich wird es, wenn es über das statthafte Maß hinaus geht.

Wir reagieren heute nämlich empfindlicher als früher auf Gewalt in unserer unmittelbaren Umgebung, wenigstens auf körperliche Gewalt. Ich gehöre zu einer Generation, die noch Senge bekommen haben, wenn die Erwachsenen das für geboten hielten. Und ein oft gehörter Spruch war: Ihr habt zu wenig Haue bekommen, dies, um anzudeuten, wie gut man es doch habe und wie verwöhnt man sei. Heute ist das Schlagen von Kindern verboten. Auch kann ich mich an ländliche Volksfeste erinnern, an denen Schlägereien fast zum guten Ton gehörten - auch mit meiner Partizipierung. Heute gilt physische Gewalt im direkten Umfeld als geächtet, weg ist sie deshalb nicht. 

Er in der Klemme, sie im Triumph: Teil eines Spiels,
in dem sie Kraft ihrer Muckis Macht über ihn hat
und diese auch ausübt - mit Genuss. Sieht man.


Das Ausmaß der von Takahashi genannten Gewalt im TV, Video, Kino etc.pp. hat meiner Ansicht nach auch den Grund, dass wir jedwede Gewalt heute am liebsten nur spielerisch behandeln. Dies auch, um uns immer wieder selber zu bestätigen, dass wir das mit der Gewalt im Griff haben und auch künftig haben werden. Was geschähe ohne solche Mechanismen, ohne solche Kanalisierungen von Gewalt ins Fiktive und in den Nachrichtenbereich? Der solle ja bitte stets nur die Gewalt "von woanders" zeigen, so die unterschwellige Hoffnung aller Couch Potatoes.       

Und ohne Gewalt? Geht nicht, ich wage diese These. Die Existenz von Gewalt ist nicht nur menschlich, sondern Teil der Natur an sich. Darwinistisch, so mag man diese Ansicht schelten, aber ich kann nicht sehen, was da grundsätzlich falsch dran ist. Und dass extremer Gewaltverzicht ebenso schädlich ist wie extreme Gewaltanwendung – nun, daraus lassen sich ebenso spannende wie witzige und gescheite Filme machen: „Demolition Man“ wurde bei seinem Start bloß als weiteres Action-betontes Sly-Stallone-Vehikel gesehen, aber es ist auch eine scharfsichtige gesellschaftliche Farce zum Thema Gewalt und der Frage, wie sich wandelnde Gesellschaften damit umgehen sollen. Das wird immer mehr von der Filmkritik erkannt: „Sanfte Grüße, was sind Ihre Extreme?“

Nun, ich schrieb, dass die Natur den Mann für die Anwendung von Gewalt körperlich begünstigt hat. Natürlich leben wir seit zig Generationen längst nicht mehr nur so archaisch, dass also der körperlich Stärkste stets gewinnt. Der Mensch hat zur Umgehung eben dieses Aspektes gelernt, sich etwa zu koalieren (die alten Griechen nannten den Menschen „zoon politicon“, politisches Wesen) und etwaigen Zwist auch anders zu lösen, nämlich auf Basis gesellschaftlicher Vorgaben. Somit aber braucht es gewaltige Muskeln eigentlich meistens gar nicht.

Wer dennoch hat, sieht sich oft gesellschaftlichen Reaktionen ausgesetzt, von verdecktem Neid bis offener Verachtung. Es hat schon seinen Grund, warum man starke, auffällig muskulöse Männer schon seit sehr langer Zeit gern als nicht so ganz helle hinstellt, warum man bei derart offensichtlichem Bezug auf die eigene Physis auch gern narzisstische oder homosexuelle Züge konstatiert. Es geht auch mit solchen Klassifizierungen darum, entsprechend Gewalt auszuüben – aber eben keine körperliche, sondern geistige.

Ein Anblick zum Niederknien ...

Und so schwingen NATÜRLICH im Äußeren einer Bodybuilderin stets alle die oben genannten Gewaltaspekte mit. Und so, wie die Reaktionen darauf legitim sind, ist es auch das Eigeninteresse der jeweils so tätigen Ladies. Und auch das der Fans. Denn der BDSM-Aspekt lässt sich nun schon nachweisen, als die Trapezartistin Charmion vor dem Ersten Weltkrieg ihre Muskeln für den Fotografen angespannt hat --- und sich auf dem Trapez entblättert hat. 

Das Zeigen der Muskeln, namentlich das der angespannten Bizepse, zeigte und zeigt IMMER: „Guck mal, wie stark ich bin, du solltest dich nicht mit mir anlegen. Ich kann mehr als du.“ Es geht also um Warnung vor Gewalt und/oder um die Demonstration eines daraus kanalisierten, höheren Leistungsvermögens. Charmions Striptase oben in der Manege wiederum belegte ihre Weiblichkeit und ihren Sex Appeal. Muskeln kombiniert mit Striptease: ein Spiel mit den Geschlechterrollen.

Beides machte damals bei ihr und anderen Athletinnen, heute bei unseren Muskelmaedels diese Mischung aus, die nach wie vor weithin als verstörend empfunden wird und in zahlenmäßig geringerem Kreis als erregend. Sprich: Natürlich ist das Dominante bei Frauen mit solchen Muskeln latent da. Natürlich wollen das Typen wie ich alter Zausel ausleben, der eine mehr, der andere weniger. Natürlich geht es dabei um spielerischen Verlust der Kontrolle über das eigene Ich --- und das befriedigende Rückerlangen derselben, wenn man hinterher angezogen zur Tür hinausgeht. 

Ja, und natürlich habe ich bei Muscle Worship Sessions auch mitbekommen, dass manches Muskelmaedel das als gut bezahltes Spiel ansieht und sich daher gegenüber ihren Fans über ihr wahres Ich und ihr persönliches Leben kategorisch nicht äußert --- aber ich wage nach dem Erleben mehrerer Dutzend solcher Treffen die These, dass die Athletinnen solche Sessions nicht lange abhalten können, wenn sie sich immer und immer dazu überwinden müssen.

Merke: Meine guten Muscle Worship Sessions waren immer die, bei denen ich gemerkt habe, dass die jeweilige Lady es genossen hat, stärker zu sein als ich. Und ich hatte weit mehr gute als unbefriedigende Sessions.

Gehört zu dem, was Muskelmaedel-Fans auch erleben
wollen - er bei ihr im "Headlock", also im
Schwitzkasten. Gewalt oder Spiel? Beides?

Lassen wir den Aspekt mal zur Seite und betrachten andere Antriebe für das Antrainieren solcher Muskeln. Neben der schieren Freude an der Kraft und der Eitelkeit, also dem Bewusstsein für das Aussehen des eigenen Bodies, meine ich nämlich diesen Aspekt: Kann es sein, dass – den Fortbestand unserer sich stetig entwickelnden Gesellschaftsform vorausgesetzt – immer mehr Frauen gerade deshalb Muskeln aufbauen und stark sein wollen, weil sie sich darin selbst ausdrücken? Als Beleg dafür, dass nunmehr sie selbst und nur sie selbst über sich befinden? Sexuell wie auch sonst im Leben? Und dass weder Sex noch Gewalt der unmittelbare und bewusste Auslöser sind, sondern allzuoft einfach der manifeste Gedanke: So will ich sein, ich!


Etwas, das ja eben für Frauen lange nicht ging, ich verweise auf die in früheren Zeiten ja viel stärkeren patriarchalischen Strukturen und den Umstand, dass gerade im von Sozialhistorikern so genannten „Kleinbürgertum Frauen im jungen bis mittleren Alter nur allzuoft ein Vielfaches an Kindern gebaren, als das heute der Fall ist. Klar also, dass der Aufbau solcher Muskel-Bodies auch etwas mit den heute grundsätzlich anderen Arbeitswelten (mehr Freizeit, weniger körperlich belastend, ungefährlicher) und den anderen, weit mehr planbaren Familienstrukturen zu tun hat. Und mit Banalitäten wie unserer Mobilität, dem Vorhandensein eines größeren, ausgewogeneren Nahrungs- und Medikamentenangebots und von genug Licht und Wärme auch in Herbst und Winter.

Unter dem Strich: Ja, ich gehe auch nicht mit meiner Vorliebe hausieren. Aber ich laufe sowieso nicht durch die Gegend und erzähle, mit welcher womöglich verheirateten Frau ich gerade was habe. Und ja, ich kann am Faible als solches nichts Schlechtes sehen, wenn es ansonsten in geregelten Bahnen läuft. Und noch mal ja: Klar ist Gewalt ein Aspekt rund um die muskulöse Frau – ja und? Gewalt ist ein unumgänglicher Aspekt des Lebens. 

Aber ich wage zu bezweifeln, dass Gewalt immer der unmittelbare und - ich betone: - bewusste Auslöser dafür war, warum das spätere Muskelmaedel erstmals zur Hantel gegriffen hat. Vielmehr dürfte es darum gegangen sein, Vorbildern nachzueifern oder einer bestimmten Faszination zu folgen. Ja und dann ist da der Aspekt, dass vielen das Eisenpumpen an sich schlichtweg Spaß macht, die körperliche Erfahrung. Um es im Psychologen-Duktus zu sagen, wie also die FBB zu ihrem Sport kam: Latent mag Gewalt vielleicht eine Rolle spielen, manifest meistens nicht. 

Aber ebenso klar ist, dass auch meine Worte längst nicht abschließend sind und das zudem nicht sein wollen. Oder um den legendären Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki zu zitieren: „Der Vorhang fällt und alle Fragen bleiben offen.“

Schmoe's dream ...