Freitag, Dezember 25, 2009

X-mas for Schmoes - ein Weihnachtsmärchen


Eigentlich habe ich’s nicht so sehr mit Weihnachten, die Kombination von Konsumterror, Gefühlsduselei und religiöser Heuchelei regt mich nur auf. Und an den Weihnachtsmann glaube ich nicht mehr, seit ich als Fünfjähriger meinen Eltern heimlich beim Verpacken der Geschenke zugesehen habe. Um so mehr überraschte mich das, was heute in der Früh geschehen ist. Geschehen ist es wohl. Glauben kann ich’s immer noch nicht. Nein, bestimmt nicht.

Aber am besten fange ich vorne an.

Es war noch ziemlich dunkel, als ich es plötzlich in meiner Wohnung rumpeln hörte. Schlaftrunken rappelte ich mich von meinem Bett auf, streifte schnell Shirt und Pulli sowie ein paar Trainingshosen über und tappte barfuß durch den Flur, der Quelle des Geräuschs entgegen.

Unterwegs im Dämmerlicht ein schneller Blick zur Tür: Der Schlüssel steckte, die Kette lag vor – definitiv zu. Sonst gab es aber keinen Zugang ins Apartment. Erleichterung machte sich breit. Kein Einbrecher. »Wahrscheinlich«, so dachte ich, »ist irgendwo etwas runter gefallen. Oder der verdammte Kater hat mal wieder was angestellt.«

Nichts hätte falscher sein können. Als ich an meine Wohnzimmertür kam, stand ich wie erstarrt, angesichts dessen, was sich da vor meinen Augen abspielte. Fahlblaues Licht fiel durchs Mansardenfenster, auf meine Couch, auf den Tisch und --- auf jemanden.

Jemand, der da bestimmt nicht hingehörte, ich lebe seit längerem allein. Jemand, der eigentlich nicht hier sein konnte. Wie gesagt, die Türe war von innen verschlossen. Jemand, den es gar nicht gab, wie ich seit dem Vorfall mit dem Geschenke-Einpacken wusste. Jemand, der dennoch ganz anders aussah, als ich es mir je hätte vorstellen wollen.

Klar, es war alles da: Mütze, Handschuhe, Stiefelchen, Kleidung – alles feuerrot und alles mit weißem Pelz besetzt. Nur, dass das definitiv nicht die Kleidung des Weihnachtsmanns war. Dazu war vor allem das Material am Körper viel zu knapp bemessen. Eine Art Ledercorsage. Sie reichte oben nicht, sie reichte unten nicht. Bei weitem nicht.

Das aber ließ den ungehinderten Blick auf den Körper frei. Ihren Körper. Denn das war auch kein Weihnachtsmann mit Bart und Bauch, sondern eine junge Frau. Unübersehbar. Ein klassisch schön geschnittenes Gesicht mit vollen roten Lippen, blauen Augen und darüber einer Wolke rotbraunen Haares. Ihr Busen füllte das miederartige Kleidungsstück prall und voll aus und ließ einen tiefen Blick auf ein üppiges Dekolletee zu. Und ihr Prachtpopo, so stramm und drall, zeigte sich nur ansatzweise von Stoff und Pelz bedeckt.

Jedoch war ihr übriges Äußeres nicht gerade entsprechend der üblichen Männermagazin-Normen geformt. Nein, das traf bestimmt nicht zu. Hatte sie doch den Körper einer Superathletin: Mächtige Schultern, bestimmt doppelt so breit wie ihre Taille und dazu natürlich das passende, weit ausladende und sich dramatisch nach unten verjüngende Kreuz!

Ich konnte es kaum glauben, als ich kapiert hatte, was ich da sah – quasi die jüngere Schwester von Santa Claus, aber mit Muskeln, Muskeln und noch einmal Muskeln. Starke, straffe, stattliche Muskeln, die insgesamt von ihrer weiblichen Überlegenheit kündeten.

Überlegenheit? Aber sicher. An ihren Armen zum Beispiel ballten sich Kraftpakete in einem Ausmaß, wie ich es in meinen kühnsten Träumen nicht für vorstellbar gehalten hätte. »Wie Grapefruits. Und zwar dicke Grapefruits«, das war das, was mir zu Form und Umfang ihrer Bizeps-Muckis durch den Kopf schoss.

Und angesichts ihrer voluminösen Oberschenkel blitzte sofort die Frage auf, ob das alte Achtzig-Zentimeter-Maßbandstück in meiner Küchenschublade einmal drumherum gereicht hätte oder ob es für die Umfangmessung viel zu kurz ausgefallen wäre.

Das alles wirkte jetzt nicht etwa plump oder klotzig. Als sie nun auf mich zukam, mit der Pelzmütze neckisch schräg über einem Auge und dem zur Seite abgewinkelten, wippenden Mützenzipfel, da bewegte sie sich so geschmeidig, dass dagegen mein Kater ungelenk gewirkt hätte. Hinzu kam, dass all diese eindrucksvollen Muskeln wohl proportioniert waren. Sowohl in ihrer Abstimmung zueinander, als auch im Verhältnis zu ihrer Größe.

Apropos Körpergröße. Diese Frau in Rot war schlicht und einfach riesig! Sie überragte mich glatt um einen Kopf, daran änderten auch die Absätze ihrer glänzenden Stiefelchen nicht viel. Nun bin ich mit gut einssiebenundachtzig alles andere als klein! Ängstlich bin ich normalerweise auch nicht gerade – aber ich war es in dem Moment, als sie auf mich zukam.

Gemessenen Schrittes rückte sie vor, wobei die gigantischen Oberschenkelmuskeln unter ihrer sommerbraunen, wie geölt glänzenden Haut auf und ab spielten und die mächtigen Schultern sich hin und her wiegten. Dabei schaute sie mich unverwandt und direkt an, leicht lächelnd, die großen blauen Augen weit geöffnet, ohne dass sich die Lider auf und ab bewegten. Ein Blick, so klar und kühl wie der Nordpol. Die reinsten Eiswürfelaugen.

Da rutschte mir das Herz in die Hose! Meine Kehle trocknete schlagartig aus, meine Hände zitterten und meine Stirn bedeckte sich mit Schweiß. Als sie die ersten zwei, drei Schritte getan hatte, begann ich auch zu gehen. Rückwärts. Mit – wahrscheinlich – sperrangelweit aufgerissenen Augen und ebensolchem Mund tappte ich rückwärts, bis mich die Wand bremste.

Im Nu war sie heran. Was sie dann tat, war auch nicht das typische Verhalten für jemand, der rote Kleidung mit weißem Pelzbesatz trug. Sie drängte sich ganz nah an mich. Presste sich förmlich gegen mich. Klemmte mich ein zwischen der Wand und ihrem majestätischen Body. Ließ mir keine Bewegungsfreiheit. Ich spürte durch ihren Ledereinteiler hindurch ihre Körperwärme, die stählerne Härte ihrer vibrierenden Bauchmuskeln und die weiche Prallheit ihrer üppigen Brüste.

Ihre Augen blickten von oben auf mich herab, schienen regelrecht zu leuchten im Dämmerlicht des frühen Morgens. Und lähmten mich. Ich tat nichts, außer nach oben zu blicken und sie anzustarren.

Da stützte sie eine behandschuhte Hand auf ihrer wohlgerundeten Hüfte ab, während sie den anderen Arm mit dem Ellbogen neben meinem Kopf gegen die Wand stemmte und sich lässig mit der Hand an die Schläfe fasste. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sich bei dieser Bewegung ihr Bizeps in angsteinflößender Weise wölbte.

»Nun? Waren wir auch brav, ja?«
Eine Stimme, samtig und warm und angerauht.
Sie presste sich wieder gegen mich. Schob ihren Oberschenkel zwischen meiner Beine. Leicht reibend. Sehr bestimmend, sehr wissend und sehr, sehr angenehm.

Ich reagierte.
Und wie ich reagierte!
In einem lange nicht gekannten Ausmaß!
Und ohne Zweifel voll und ganz unübersehbar!
Schließlich trug ich ja nur die Sporthose und nichts darunter.

Da schaute sie wieder auf mich herab.
Ihr dicker, kantiger, unüberwindlicher Bizeps mit der dicken Ader drauf zuckte ein-, zweimal auf und ab. Gleichermaßen Angst- wie Lust-erregenderweise.

Ich schluckte und spürte, was die leichte Reibung ihrer festen Hüfte bewirkte. Ich ächzte etwas. Und spürte, wie mir immer wärmer wurde. Ja, regelrecht heiß.
»Nun? Bitte, ich hätte ganz gern eine Antwort.«
Bitte?
Ich war verblüfft. Und fand schließlich meine Sprache wieder, wenn auch nur stammelnd: »Brav? Ich weiß nicht. Ich hab niemand was getan, oder so. Eigentlich ganz sicher nicht. Mag ich nicht. Sonst? Ich weiß nicht.«

Sie lachte. Lehnte sich etwas im Kreuz zurück und von mit weg. Wieder diese samtig-rauhe Stimme, die mir durch und durch ging. Bis in die Leibesmitte. Direkt hinein in den Schritt.
»Nun, das stimmt alles. Sonst wäre ich heute nicht hier. Aber ich will etwas anderes wissen. Es gab keine sündigen Taten? Nichts Verwerfliches? Keine heißen Gedanken? Keine doch recht unzüchtigen Taten mit ganz speziellen Frauen? Nein?«

Ich stutzte. Was wird das denn für eine Fragerei? Inquisition an Weihnachten und Gedankenleserei noch dazu? Wusste sie etwa ...? Unmöglich, dachte ich. Niemand weiß davon. Und überhaupt, wen geht’s was an?

»Willst du mir denn nichts sagen? Nichts erzählen von deiner Vorliebe für starke Frauen mit großen Muskeln? Frauen, denen du körperlich ganz unterlegen bist, während sie dich gleichzeitig so sehr erregen? Willst du denn nichts von deinen Wünschen erzählen? Wie sollen sie denn dann jemals in Erfüllung gehen?«

Ich zuckte zurück. Wurde wahrscheinlich kreidebleich. Woher wusste sie von meiner Vorliebe? Ja, und dann fehlte ja noch immer die Antwort auf die Frage, wie sie eigentlich hier herein gekommen war ...

»Auf dem klassischen Weg, Kleiner. Durch den Schornstein.«

Schornstein .... ?

»Aber«, sagte sie sanft und mit endloser Geduld in der Stimme, »du hast mir immer noch nicht meine Frage beantwortet. Du hast mir immer noch nichts erzählt, wie sehr du kraftvolle und kolossale Weiblichkeit schätzt. Muskelmaedels, so sagst du dazu wohl? Und ein Schmoe, das bist du? So ist es doch, nicht?«

Da schließlich brach es aus mir heraus. Dass alles stimme, was sie sage. Dass ich tatsächlich mehr als alles andere auf solche Frauen stünde, dass ich mich an diesem Mix aus weiblicher Verführung und urgewaltiger Kraft regelrecht und endlos berauschen könne – mit Fotos, Filmen, Zeichnungen, Zeitschriften, Websites und ab und zu einem kleinen Tête à Tête – schön, aber meist viel zu kurz und vom Geld gar nicht zu reden. Und dann stellte ich die erste der zwei wesentlichen Fragen: »Aber woher wissen Sie das alles?«

Sie lächelte: »Nun, wir sind dazu da, zu wissen, wer sich was wünscht. Und das erfüllen wir dann. Unter bestimmten Bedingungen.«
Ich hatte es immer noch nicht verstanden. Und nichtsahnend kam meine zweite Frage: »Erfüllen? Wie erfüllen?«

Da presste sie sich wieder an mich, hob den Arm vor der Hüfte, winkelte ihn direkt vor meinen Augen an und ließ das majestätische Muskelmassiv tanzen. Dann senkte sie den Arm wieder und bewegte die Hand aus meinem Blickfeld. Freilich blieb mir nicht lange verborgen, was sie dann damit tat. Denn es ließ mich zusammenzucken, mit welcher Kraft und Sinnlichkeit sie an meiner empfindlichsten Stelle zupackte.

Vor allem, als sie dann auch noch sagte: »Nun, kleiner Schmoe, ICH bin dein Weihnachtsgeschenk! Und wie ich gerade spüre, freust du dich sehr darüber. Oh, und wie! Willst du dein Geschenk denn nicht endlich auspacken und damit spielen?«

Wie gesagt. Ich kann es immer noch nicht glauben. Wäre da nicht mein völlig ermatteter und durchgewalkter Körper, wäre da nicht ein Zimmer voller weiblicher Wärme und Gerüche, ein zerwühltes Bett. Wäre da nicht die Erinnerung daran, wie ihre unüberwindlichen Muskeln nach Lust und Belieben mit mir verfahren sind.

Viele Stunden. Viele herrliche Stunden voller unvergleichlicher Muskellust und weiblicher Dominanz und meinem männlichen Begehren.

Wie sie mich hochhob und stemmte, ganz nach Belieben. Wie ich ihr bei jeder körperlichen Übung unterlag. Wie sie auf mir drauf saß. Wie ihr Popo mir den Atem raubte, während sie sich auf mir rieb. Wie sie mich verspottete und lachte. Wie ich ihren göttlichen Leib bewundern durfte. Wie ich sie anbeten musste, befühlen, erkunden, einölen, streicheln, massieren. Und wie sie mich dann streichelte und massierte und einölte und dann nach allen Regeln der Kunst – und das immer wieder --- na, Sie wissen schon.

Aber all das könnte ich geträumt haben. Könnte ich. Nicht aber die Mütze, die ich jetzt gerade in der Hand halte. Rot. Oben und unten mit weißem Pelz. Und natürlich mit einem Zipfel.


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Na, denn in diesem Sinne: Frohes Rest-Fest und ansonsten bis 2010!

Donnerstag, Dezember 24, 2009

Mode für Muskelmaedels: EJM in Miami

Der ein oder andere hat sie vielleicht gelesen, meine Story von dem Muskelmaedel, das beim Klamotten- kauf so seine Schwierigkeiten hat (Nicht gelesen, aber neugierig? Im Feld „Labels“ auf Stories drücken, dann geht die entsprechende Liste auf).

Das, was da steht, ist aber nur zum Teil meiner Phantasie entsprungen. Kein Wunder: Die außerordentlichen Muskeln etwa einer Alina Popa, einer Marja Lehtonen oder einer Anna Kärnebo passen halt nun mal nicht in Kleidung von der Stange. Diese Hosen, Blusen und Shirts sind definitiv nicht für unsere Maedels mit ihren kraftvoll bepackten Armen und ihren umfänglichen Schenkeln ausgelegt. Die passen entweder nicht hinein oder reißen beim ersten unwillkürlichen flexing in Fetzen ...

Was tun, sprach Zeus?

Nun, Rat gibt es immer. In Miami in den USA sitzt die Firma „EJM Company“, die mit dem Slogan „EJM Apparal - Jeans for the Fit“ wirbt. Der Name ist Programm: Das Unternehmen vertreibt Jeans-Hosen, in die auch die prallen, straffen Popo-Rundungen und die hypermuskulösen Schenkel einer Weltklasseathletin in voll aufgepumptem Zustand hineinpassen --- und diese Hosen sitzen dann.

Zum einen tun sie das wohl bequem und zum anderen so, als seien sie eigens um ihre Trägerinnen herumgenäht worden. Wenn zudem kunstvoll vorgewaschene Partien den Körper noch mehr zu konturieren scheinen, dann wird klar, dass die Fachleute dieser Firma genau wissen, worauf sie bei ihrer Arbeit zu achten haben.

Und weil das dann genauso scharf aussieht, wie es sich anhört, hat die Firma EJM ihre Homepage mit den zum Produkt und ihren Käuferinnen-in-spe passenden Fotografien bestückt. Denn ihre Jeans kommen ja nur dann ideal auf Werbe-Aufnahmen zur Geltung, wenn an entsprechender Dame fotografiert – zum Beispiel Betty Viana, Diana Ball oder Heather Foster.

Klamotten für die Stärksten der Starken, auf den herrlichen Mucki-Body perfekt zugeschnitten: Ich werde den Verdacht nicht los, dass da jemand seinen Fetisch zum Beruf gemacht hat ...

Ach ja: Für alle, die mal auf die Website mit all den Muskelmaedels und den tollen Bilderchen und dem Sortiment (das umfasst auch noch andere Dinge, etwa mit Tattoo-Motiven bedruckte Blusen) gucken möchten: Hier geht es lang!

Mittwoch, Dezember 09, 2009

Zurück aus der Vergangenheit? Hannie is back!

Vor ein paar Monaten (genauer: am 4. Januar 2009, Blogeintrag: "Muskelmaedel aus der Vergangenheit", zu finden über die "Januar"-Funktion in meinem Blog-Archiv, Spalte rechts) habe ich noch über Hannie van Aken spekuliert — was sie wohl heute tue und wo die blonde Bodybuilding-Sexbombe der 1980er wohl abgeblieben sei. Hier noch mal das damals gepostete Foto:


Nun, allem Anschein nach ist sie wieder zurück: Ein Kumpel hat mir gerade eben aus den USA eine Mail geschickt mit dem Hinweis auf youtube (hier der Link). Darin zu sehen ein filmisches Kurzportrait mit Hannie van Aken in guter sportlicher Verfassung, aufgenommen bei einem FBB-Wettkampf.

Physisch toll, wenn auch nicht mehr der Hammer-Body von ehedem. Klar, wir werden alle älter. Jedoch immer noch um 1000 Klassen besser als der Löwenanteil der Gleichaltrigen (einschließlich mir). Aber — um ganz ehrlich zu sein — ich hätte HvA beinahe nicht wiedererkannt. Das einst so schöne Gesicht ist völlig anders als ehedem und wirkt scharf und hart, so, wie schwer vom Schicksal gezeichnet. Blumige Formulierung, das weiß ich. Doch schaut selbst hin. Es sieht fast so aus, als sei es der Guten in all den Jahren nicht gerade sonderlich gut ergangen —hier ein Bild aus dem Video:
















Zurück gefunden hat die derzeit in Massachusetts lebende Hannie van Aken ihren Weg wohl durch das Training von und mit Bonnie Pappas (zu der Dame guckt ihr hier). Wollen wir mal hoffen, dass HvA wieder im Eisensport Fuß fassen kann! Und dass es ihr (sofern meine Annahme mit dem harten Leben stimmt) künftig wieder vieeeeeeel besser gehen möge!

Dienstag, Dezember 08, 2009

Sexy Muskeln auf Papier ...













Die offizielle – wenn man das dann so nennen kann – Comic-Welt zeigt selbst Superheldinnen selten richtig muskelbepackt. Klar, es gibt Ausnahmen, She-Hulk oder Wonder Woman und Power Girl zeigen sich mitunter durchaus mit ansehnlichen Bizeps- und Schultermuckis. Aber das sind Ausnahmen, wohlgemerkt. Zumal sich die Muskeln hier immer noch allenfalls in gleichsam politisch korrekter Weise ausgeprägt zeigen ...

Wer also so richtig starke und muskulöse Frauen in Tusche und bunt und auf Papier sehen wollte, dem blieb jahrelang nur eine Quelle: LH-Art, einst gegründet aus dem Muckimaedel-Spleen von Orrin Heller heraus, heute geleitet von seinem Sohn Larry Heller, daher das „LH“ im Firmennamen. (Die jeweiligen Links stehen am Ende des Textes - I used a few pictures from the artists pages and I hope this kind of PR will be o.k. for them all!)

Hier gab (und gibt) es nicht nur Bilder und Comics mit muskulösen Heldinnen, sondern auch Geschichten, in denen es sich explizit um eben diese Muskeln der Frauen und um körperlich unterlegene Männer dreht. Und natürlich machte all das nicht vor der Schlafzimmertüre halt. LH-Art sammelte einen weltweiten Trupp von Künstlern, um das alles zu zeichnen. Viele davon stammten aus dem Fetisch-Bereich, stellten also dar was sie selber fühlten, oder waren zumindest so versiert, dass sie sich gut in die Denkweise der Fans hineinversetzen konnten.
















Zeichner wie LoSarro (das Bild des Schwächlings in der Klemme ihres Mucki-Bizeps stammt von ihm), Lee Burks, Robin Ator, Bill Quick oder Allessandra lassen und ließen hier veröffentlichen, wobei die Zeichenstile zum Teil höchst unterschiedlich sind: Bill Quick etwa hat einen karikaturistisch anmutenden Strich mit vielen rasch anmutenden Details, während LoSarro etwa sehr sparsam, aber punktgenau ist mit dem Einsatz von Schwarzweiß-Details innerhalb der Figur und immer Frauen mit sehr schönen Model-Gesichtern darstellt.

Lee Burks ist ein Comic-Veteran, Robin Ator ein Profi-Zeichner aus Oregon. Und Comic-Legende Elie Xyr alais Alain Célérier stammt aus Frankreich. Bei ihm gab es schon zu Beginn der 1980er Jahre Frauen mit extremster Muskulatur, zu sehen in Comics wie „Neopolis“.

Einer, der sich hier ebenfalls seine Sporen als Zeichner im Bereich des Muskelmaedel-Fetisch verdient hat, ist David C. Matthews aus Florida. Ebenfalls ein Veteran im professionellen Comic-Gewerbe, ist er bekannt für seine Comic-Heldinnen, bei denen jedes Muskeldetail (und das heißt bei ihm immer vieeeeel Muckis!) haargenau mit sicherem Strich wiedergegeben ist, im Stil durchaus angelehnt an die Darstellung, wie man sie von Comics im Gefolge von Burne Hogarth kennt (das ist der Mann, dessen Tarzan-Darstellung den Comics die Wiedergabe von Muskeln vorgegeben hat).



















Wobei er zudem auch zu den Leuten gehört, die (wie auch der Künstler mit Namen „Wreckshop“) seine Damen immer mit z.T. unwirklich viel, aber immer sehr beeindruckenden Muskelmassen ausgestattet hat. Zudem hat Matthews diverse Comic-Reihen (allen voran rund um die Erlebnisse der Bodybuilderin Satin Steele oder die im japanischen Manga-Stil gehaltene Tetsuko - hier im Bild)) entwickelt, geht also über das Zeichnen allein hinaus. Denn die meisten Zeichner zeichnen im eigenen Stil, aber eben bei einer Story inhaltlich nach Vorgabe. Eigene Stories entwickeln, das tun sie hingegen meistens nicht: Da ist DCM fast schon einzigartig.

Mit dem Aufkommen des Internet wurde dann sehr schnell alles anders. Nun konnten auch Leute ihre Zeichenkünste demonstrieren, ohne über einen Verlag gehen zu müssen. Heraus kamen dabei nicht nur Comics, sondern auch Einzeldarstellungen, ob als Szene oder als Portrait. Eine der ersten Plattformen hierfür war (und z.T. ist es immer noch) Diana the Valkyrie (hier deren Logo).

Hier kann jeder Muckimaedelfan seine Sachen einstellen. Darunter (es sei nicht verschwiegen) auch solche, die IMHO des Zeichnens nur bedingt mächtig sind. Und solche, deren Produkte zu kopf- und proportionslosen Muskelgigantinnengediehen, denen – eigentlich wichtig für den Künstler – jede Originalität und Seele fehlte. Aber dafür war DTV noch vor fünf, sechs Jahren DIE Fundgrube schlechthin, auch für Zeichner von qualitativ Hochwertigerem.

Einer der ersten davon war Zebodoy. Der Franzose zeichnet seine Frauen ebenfalls mit sehr viel Muskeln, immer weit mehr als im wirklichen Leben mit allen Mitteln machbar wären (hier seine Version der göttlichen Andrulla Blanchette). Und er wirkt beeinflusst von Geschichten wie Conan, ein dementsprechend düster-gewalttätiger Action-Touch prägt viele seiner Zeichnungen.


















Dann der unter dem Alias „AOS“ tätige Künstler aus Brasilien, der vorzugsweise Mucki-Gigantinnen zeichnet, denen immer an der Unterwerfung und Zerstörung von Männern gelegen ist, oft als Rache für erlittenes Unrecht. Er zeichnet mit Bleistift, koloriert per Rechner und hat einen sehr hohen, nahezu filigranen Detailreichtum. Etwa seine Darstellung von Haaren. Oder auch Kleidungsdetails: Jeans-Hosen, bei denen jede Falte im Stoff ebenso zu sehen ist wie die Struktur des Stoffes oder diejenige des darunter getragenen Höschens sowie der darunter liegenden Muskulatur. AOS meidet die holzschnittartige Schraffur, wie man sie aus den Comics kennt. Der Künstler hat seine eigene Seite, ist aber inzwischen zumeist fest an LH-Art gebunden. Und er veröffentlicht auch bei Youtube.













Ebenfalls ein Meister des Bleistifts ist Yukio Kura vom Atelier EG. Der Japaner ist einer meiner absoluten Favoriten. Typisch für ihn ist seine detailreiche Darstellung von Muskeln, oft auch mit sehr viel Adern. Er zeigt da viel mehr (beim Zeichnen sehr viel Zeit raubende) Kleinigkeiten wie die Konturen aller Muskeln so, dass es fast schon plastisch wirkt. Ich habe ein paar seiner tollen Zeichnungen koloriert - dies ist eine davon..

Die meisten dieser Künstler haben (zumindest zeitweise) eigene Websites. DTV und LH-Art bildeten erste Sammelstellen für Muskelmaedel-Fans. Inzwischen aber hat sich eine neue geworden waren, hat sich inzwischen eine andere Plattform herauskristallisiert: Deviant Art. Dies ist – wie bei Wikipedia nachzulesen – eine kommerzielle Website, auf der Künstler aller Art publizieren können. Und auch ihre Sachen als „Print on Demand“ ablegen können. Mit etwas Glück verdient man dann auch was dran. Und wer will, kann sich hier auch in dem ein oder anderen „Tutorial“ über das Zeichnen an sich informieren, auch dem von Bodybuilderinnen und anderen starken Frauen.

Hier ist mittlerweile das webweit wohl wichtigste Sammelbecken für Künstler, die sich mit unserem Spleen befassen. Matthews ist inzwischen ebenso hier wie Zebodoy. Und andere kamen hinzu, wie so oft im Web nur unter einem Pseudonym bekannt.

Ich nenne einfach mal erin paar (willkürlich ausgewählt und bei weitem ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Bambs79 – er zeichnet in einem wunderbaren Comic-Stil, sehr klar, sehr viele Details und immer sehr originell. Auch mal teuflisch - wie hier.

Einen völlig anderen Stil pflegt Jebriodo alias Jedediah Dougherty. Der jüngst 40 Jahre alt gewordene Amerikaner ist einer, der sehr gekonnt die Muskeln seiner Ladies übertrieben darstellt und der zudem auch wohl in der Malerei zuhause ist. Er ist professionell tätig und widmet sich auch der Darstellung von Elfen, Göttinnen, mythischen und apkalyptischen Themen sowie von SF, ja und von Frauen überhaupt.

Ebenfalls einer meiner Favoriten bei Deviant ist der Franzose Stef, zu finden unter „Hardbodies“. Er malt FBB’s (sehr gern im Fetish-Look) im Comic-Stil, wobei seine Stärke im Portrait liegt. Außerdem hat er auch einen Hang zu Themen aus der Militärgeschichte, da kennt er sich wohl auch aus.

Oder Yatz alias Yitzhak Shtarker aus Israel: Bei ihm gefällt mir neben dem sparsamen, aber klaren und direkten Strich sowie seiner Fähigkeit im Kolorieren auch sein Sinn für Selbstironie: Seine Muskelmaedels begegnen immer Männern, die angesichts dieser Prachtleiber gar nicht mehr anders können, als den Verstand zu verlieren ...

Die Liste ist alles andere als vollständig; es gibt in Deviant-Art bestimmt Hunderte von Muskelmaedel-Zeichnern. Also einfach mal hinsurfen. Man findet sehr leicht noch viel mehr als die wenigen hier besprochenen Künstler. Denn man kann hier Favoritenlisten und so auf andere Bilder und damit Künstler innerhalb von DA verlinken. Achtung: Man nehme sich etwas Zeit, weil man sich sonst in den Fluten von Bildern verliert.

Hier die Links:

http://bambs79.deviantart.com/
http://shulkie.com/ (= She Hulk Fanpage)