Sonntag, 27. März 2011

Ganz in Grün: Lisa Cross als She-Hulk

Das Bild geistert schon seit ein paar Tagen durch das Web. Und zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich das überhaupt kommentieren sollte. Doch dann dachte ich mir, hey, warum nicht, vielleicht wird ja was daraus. Das Internet hat ja schließlich auch schon ganz andere Dinge angeschoben (siehe den "Facebook-Gründer"-Film, siehe "Machete" und ganz zu schweigen von den derzeitigen Revolutionen in Nahost). 

Also: Warum sollte es unmöglich sein, dass eine Bodybuilderin eine für sie geeignete Kino-Rolle findet und sie dann auch bekommt? Warum also nicht Lisa Cross als She-Hulk?

Ein paar Versuche in der Richtung Muskelmaedel im Kino gab es ja bereits, es sei auf Rachel McLish, Cory Everson, Teagan Clive oder Sue Price verwiesen. Aber keiner davon mündete in eine längerfristige Karriere. Wenn Bodybuilderinnen im TV Karriere machen, dann vor allem bei weniger Vergeistigtem wie American Gladiators und ähnlichem.

Hm. Die Comic-Figur der She-Hulk im Kino. Dazu ist es bis jetzt nie gekommen. Das vor ein paar Jahren angedachte Projekt mit Eva Mendes in der Titelrolle hat sich zwischenzeitlich wohl zerschossen. Alles gut und schön. Aber wer und was ist She-Hulk überhaupt? Dazu klicke man jetzt, falls es interessiert.

Schauspielerisch geht das wegen des in zwei Charaktere und in zwei Körper geteilten Charakters der Titelfigur eh nur, wenn eine entsprechend geschulte Akteurin den "normalen" Teil der Figur und eine andere den "wilden" Part spielt. Laut dem Projekt soll eine schnuckelige, aber mir bislang völig unbekannte Blondine namens Jemma Reseigh (im Bild) das Ater Ego der She-Hulk darstellen, Lisa Cross hingegen den anderen, betont körperlichen.

Nochmal hm. Der Gedanke an die Schauspielerei als Schlüssel zum Erfolg. Möglich, allerdings nur für einen von vielen Tausenden. Und meiner Ansicht auch nur dann, wenn das Rüstzeug vorhanden ist - und das heißt in dem Fall auch schauspielerisches Können, damit das Publikum nachher dem Darsteller den verkörperten Charakter "abnimmt". Etwas, das man natürlich lernen kann. Und da sind wir bei dem wunden Punkt: Lässt sich ein Filmteam tatsächlich darauf ein, diesen tragenden Teil des Projekts mit einer schauspielerischen Amateurin (und dafür halte ich Lisa Cross) zu besetzen?

Ja, warum denn nicht? Zig männliche Bodybuilder haben genau dasselbe getan, und sich in ein, zwei Fällen sogar zu durchaus achtbaren Akteuren entwickelt. Auch Sportler aus anderen Feldern haben dasselbe getan und das manchmal ebenfalls mit Erfolg. Und weil auf den Bühnen dieser Welt ebensowenig wie in ihren Lichtspielhäusern nur hoch Vergeistigtes wie, sagen wir, Friedrich Hölderlins Gedicht "An die Parzen" oder Theaterstücke wie "Die Jagdgesellschaft" von Thomas Bernhard gegeben wird, ist auch für alle Schauspieler Platz, deren Thema körperbetonte Action heißt. Für die ist auf der Leinwand der muskulös-sportliche Leib nun einmal ein Symbol.

Dabei sind diese Action- und Superhelden-Sachen gar nicht sooooo flach, wie mancher Geistesriese das immer noch gern darstellt. Ursprünglich waren diese Comic-Geschichten für ein pubertierendes Teenager-Publikum gedacht und spiegelten (fraglos holzschnittartig und fraglos überzeichnet) eben die Ängste wider, die man in dem Alter hat: Selbstfindung, Unverstandenheit, neue, schwer einzuordnende Triebe und Gelüste. Wenn man das noch etwas weiter analysieren will, dann kommt man beim Phänomen der gespaltenen Persönlichkeit heraus. 

Und noch ein bisschen etwas weiter gefasst: bei einer Gesellschaftskritik, die bei all diesen Superhelden-Geschichten mitschwingt. Es geht gemäß solcher Deutungsversuche darum, dass sich derjenige, der nicht so ganz zum Mainstram passt, also der Unverstandene, der Verlachte, der mit den verborgenen Seiten, dass sich also der eben wegen dieser heimlichen Sachen zum Helden wandelt. Wenn man so will, sind das Outing-Geschichten (wobei ich den Begriff nun eindeutig auf mehr als nur das Psychologische und hier die übliche Homo-Szene bezogen sehen will - wie gesagt: Gesellschaftskritik, also: soziologisch).


















Nun, nochmals zurück zu Lisa Cross. Sie will natürlich den Teil dieser Comic-Figur spielen, der zu ihrem tollen Athletinnen-Body passt - den der wütend-wilden grünen Muskelüberfrau, die von allen gejagt wird und doch unentwegt fürs Gute eintritt. Und auch mal den ein oder anderen bösen Burschen so richtig vertrimmen darf. Was dann dabei herauskommt, wenn She-Hulk ihre Muskeln spielen und die Fäuste fliegen lässt - nun, das sieht man in diesem netten Bild.

Das Foto der grünen Lisa sieht ja schon mal ganz vielversprechend aus, aber für viel mehr als einen Werbegag halte ich es nicht. Noch nicht. Vielleicht sieht es ja irgendjemand und kommt auf die Idee, She-Hulk mit einer realen Frau zu besetzen und nicht wie in dem Hulk-Film mit Eric Bana und Sam Elliott ein computergeneriertes Teil aufs Kinovolk loszulassen. Also so wie in der alten TV-Serie, in der Bill Bixby den normalen und der Bodybuilder Lou Ferrigno den grünen Teil der Figur des Bruce Banner/Hulk spielten.

Vielleicht findet ja wirklich ein Filmproduzent Gefallen an der Idee und geht das She-Hulk-Thema an. Mit Lisa Cross erst in Grün und dann in ganz Groß im Kino. Zu gönnen wäre es der blonden Engländerin. Und uns und mir auch...

Wobei mir gerade einfällt, dass ich ja noch die Liste der Mainstream-Filme mit muskulösen Frauen nachreichen will. Das werde ich dann im Lauf der Tage tun.

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